Davos: Weltkurort, Kunststätte und Winterparadies im Graubünden

Davos – Eine Hochgebirgslandschaft mit Geschichte

Die Gemeinde Davos (Tafaas in der walserdeutschen Mundart) umfasst nahezu das gesamte Landwassertal im Schweizer Kanton Graubünden. Sie besteht aus den Ortsteilen Davos Dorf, Davos Platz, Davos Frauenkirch, Davos Glaris, Davos Monstein und Davos Wiesen, die bis Ende 2018 weitgehend autonome Fraktionsgemeinden bildeten. Mit einer Fläche von rund 284 km² und Höhen bis zum Flüela Schwarzhorn (3147 m) ist Davos eine der flächengrössten Gemeinden der Schweiz.

Davos: Weltkurort, Kunststätte und Winterparadies im Graubünden
© Christian Boss 1965 (CC BY 4.0)

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Davos vom bäuerlichen Walserdorf – besiedelt seit 1289 – zum international bekannten Luftkurort. Ärzte wie Alexander Spengler und Willem Jan Holsboer beschrieben ab 1853 das Höhenklima als heilsam, was den Ort bald als «Weltkurort Davos» bekannt machte. Die Bevölkerung stieg von 1680 Einwohnern (1850) auf über 11'000 (1930) an. Später erfolgte die Hinwendung zum Wintersport, wobei der Ort die historischen Sanatorien und seine kulturelle Bedeutung bewahrte.

Kultur, Kunst und Literatur

Davos ist untrennbar mit bedeutenden Künstlern und Denkern verbunden. Der deutsche Expressionist Ernst Ludwig Kirchner, Mitbegründer der Künstlervereinigung «Brücke», lebte von 1917 bis zu seinem Tod 1938 in Davos. Das Kirchner Museum Davos widmet sich seinem Werk und zeigt wechselnde Ausstellungen.

Ein weiteres literarisches Denkmal setzte Thomas Mann mit seinem Roman Der Zauberberg (1924). Inspiriert durch den Aufenthalt seiner Frau Katia in einer Lungenklinik, spielt das Werk in Davos. Heute wird der Zauberberg oft mit dem Hotel Schatzalp identifiziert, das inmitten von Jugendstil-Architektur fast noch wie vor 100 Jahren wirkt.

Die aktuelle Kunstszene erlebt man in der ART GALLERY Davos des Müller Family Office, die seit Ende 2021 in Davos Dorf bunte «Pop Art»-Werke nationaler und internationaler Künstler präsentiert.

Musikalisch wird Davos vom 1. bis 15. August 2026 vom Davos Festival erfüllt. Unter dem Motto «Mut» gastieren rund 80 junge Musiker*innen aus aller Welt und bespielen Konzertsäle, Kirchen, die Rathausstube und sogar Ställe unter freiem Himmel.

Sportlich-kulturelle Höhepunkte sind zudem der jährliche Spengler Cup, das weltweit berühmteste Eishockey-Klubturnier, das seit 1923 zwischen Weihnachten und Neujahr stattfindet, sowie die Spiele des HC Davos, des «Rekordmeisters» mit 31 Schweizer-Meister-Titeln.

Wintersport und alpine Abenteuer

Davos Klosters bietet mit sechs Skigebieten – Parsenn, Jakobshorn, Madrisa, Rinerhorn, Pischa und Schatzalp – Abwechslung für jeden Könner. Der Jakobshorn gilt als Wiege der Freestyle-Szene und beheimatet den JatzPark. Auf der Parsenn erlebt man mit dem Nostalgie Run eine 12 km lange Abfahrt vom Weissfluhgipfel nach Küblis auf den Spuren der Pioniere.

Besondere Erlebnisse abseits der Piste

  • Iglu-Dorf: Mitten im Skigebiet Parsenn bietet das Iglu-Dorf romantische Übernachtungen unter einem jährlich wechselnden Kunstmotto.
  • Eisklettern: Der gefrorene Wasserfall im Sertigtal bietet ideale Bedingungen für Nervenkitzel im Eis.
  • Schlitteln: Auf acht Schlittelbahnen – von der historischen Strecke auf der Schatzalp bis zur 8,3 km langen Family-Route auf Madrisa – geht es talwärts.
  • Eisbaden: Am Strandbad Davos kann man sich ins eiskalte Wasser wagen und den «inneren Schweinehund» überwinden.
  • Eis-Minigolf: Eine einzigartige Anlage mit 18 Bahnen auf Eis befindet sich auf dem Arkenplatz.
  • Nachtloipe: Langläufer können täglich bis 21 Uhr in Davos (und dienstags/donnerstags in Klosters) auf der beleuchteten Loipe trainieren.

Tradition und Kulinarik

Das Walserhaus Nutli Hüschi in Klosters, erbaut 1565, lädt ein, Walser-Kultur hautnah zu erleben, etwa beim Brotbacken. Für das kulinarische Erlebnis nach dem Sport sorgt das Après-Nordic an zwei Standorten mit Spezialitäten wie «Nordic Mule» oder «Frozen Spritz». Wer es exklusiv mag, bucht eine Kutschenfahrt durch das verschneite Tal.